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*1979 in Basel, aufgewachsen in Graubünden.
Lebt und arbeitet in Trin, Laufen und Birsfelden.

Ausstellungen

2024Projekt 18, WEG IST WEG, Gruppenausstellung, space25, Basel
LIGIA GRISCHA: DIVERSITAD EN COLURS – IN VIADI DA BANDIERAS TRAS 21 VISCHNAUNCAS, Cularta, Laax
2023RELAZIUNS, Einzelausstellung Galaria Fravi, Domat / Ems
Traces we left behind, Sibilla Caflisch, Stefan Daniel & Dominik Zehnder, Galerie Solcà, Chur
Projekt 15 – Sibilla Caflisch, Golnaz Hosseini, space25, Basel
BYOB – BSL Edition, TransBona Halle am Dreispitz, Münchenstein
2022Regionale 23 – Mnemosyne, Gruppenausstellung, Kunsthalle Palazzo, Liestal
Cash & Carry «äh Lappe oder zweh», B74 Raum für Kunst, Luzern
Museumsnacht Hegau-Schaffhausen, Kammgarn West, Schaffhausen
5. FATart Art Fair, Women & FLINTA in Arts, Kammgarn West, Schaffhausen
Kunst & Messer, Atelierausstellung, Laufen, BL
2021Jahresausstellung der Bündner Künstlerinnen und Künstler, Gruppenausstellung
Bündner Kunstmuseum Chur
2019Sommerausstellung, Gruppenausstellung, Galaria Fravi, Domat/Ems
2017Summe – Videoförmig, Gruppenausstellung, Kasko, Basel 
Konstellationen, Gruppenausstellung, Maison 44, Basel
2016/17Regionale 17, Gruppenausstellung, Cargo Bar, Basel
2016«Hände», Gruppenausstellung, Galerie Eulenspiegel, Basel
«Zwiegespräche», Ausstellungsreihe, Galaria Fravi, Domat/Ems
2015/16Regionale 16, Gruppenausstellung, Kunstraum Florenz, Basel
2015Gruppenausstellung, Schloss Pratteln
2014“nachtflimmern”, Gruppenausstellung, M54, Basel
2013/14Regionale 14, Gruppenausstellung, FABRIKculture, Hegenheim (F)
2013BYOB, Oslo Night, Oslostrasse, Basel
2013«ohne/mit», Einzelausstellung, Utengasse 60, kuratiert von Françoise Theis
2010Diplomausstellung ZHdK, Zürich 
2008G’08, Vira Gambarogno
2006SculpturArt, Gruppenausstellung, Mediacampus, Zürich
Jahresausstellung der Bündner Künstlerinnen und Künstler, Bündner Kunstmuseum
2005OpenArt, Gruppenausstellung, Roveredo
Salon & Vitrine, Gruppenausstellung, Chur
«Peep Show», Gruppenausstellung, Carrara, La Spezia, Lerici (I)
2004«Torano Giorno e Notte», Gruppenausstellung, Torano (I)
Preise, Sammlungen, Werkbeitrag
2024Werkbeitrag Kanton Graubünden für professionelles Kulturschaffen (grosse Projekte)
2023GKB Kunstsammlung
2021Förderpreis der Stadt Chur

Videoportrait: Sibilla Caflisch

Ein Portrait von Casper Nicca & Stefanie Roth, für Visarte Graubünden. Mit der Unterstützung von Kulturförderung Kanton Graubünden & Bundesamt für Kultur. 2023.

Man entdeckt stets Spuren von den geographischen, topographischen und kulturellen Eigenheiten der Lebens- und Arbeitsorte sowie Reiseziele der Künstlerin. Ihre Kunst ist ein Experimentieren, ein meditatives, konzentriertes Suchen nach und von Verändern Strukturen und Texturen.

Portrait

In Sibilla Caflischs Werk entdeckt man stets Spuren von den geographischen, topographischen und kulturellen Eigenheiten ihrer Lebens- und Arbeitsorte sowie Reiseziele – heute und seit ihrer künstlerischen Ausbildung. In Andeer und Chur aufgewachsen, studierte sie Skulptur im italienischen Carrara und im japanischen Kyoto, wo sie die Gestaltung und das Arbeiten mit Stein und Keramik erlernte und vertiefte. 

Ihre Kunst ist ein Experimentieren, ein meditatives, konzentriertes Suchen nach und Verändern von Strukturen und Texturen. Caflisch lotet deren ästhetisches und illusionistisches Potential aus, indem sie mit Verfahren der Abstraktion und Verfremdung eingreift und gestaltet. Diese Herangehensweise zeigt sich in ihrem skulpturalen Arbeiten mit schwerem Werkzeug und feinen Handgriffen genauso wie in ihrem weiteren künstlerischen Repertoire: Filigrane flächige Zeichnungen und Reliefs sowie eindringliche digitale Videos.

Aus einer Musiker*innen-Familie stammend, war Caflischs Entscheid für die bildnerische Kunst ein mutiger Schritt. Heute lässt sie durch das Zusammenführen von experimentellen Videowerken und den zeitgenössischen Kompositionen ihres Bruders David Sontòn Caflisch faszinierende, variierende Wahrnehmungsmomente entstehen. Auch die tonlosen Videos – die ebenso sehr eine enorme visuelle Sogkraft entwickeln – basieren auf Filmaufnahmen, die die Künstlerin auf ihren vielfältigen Erkundungstouren sammelt; ob in den Bündner Bergen oder am tosenden Meer, wie auch auf langen Zugfahrten dazwischen oder im stillen Atelier. Dort entstand jüngst eine Serie von grossformatigen, in weiss gehaltenen, zwischen Abstraktion und Konkretion oszillierenden Farbreliefs. Auf die grundierte Leinwand trägt Caflisch das Material Farbe mit Spachtel auf und überträgt so in freier Variation die plastischen Wirkungen unterschiedlichen Gesteins, das sie auf ihren Wanderungen studiert und fotografiert. Wie bei den Felsformationen sind die visuellen Eindrücke der Kunstwerke veränderbar, je nach Blickpunkt der Betrachtenden und Lichteinfall.

Die Kunst von Sibilla Caflisch zeugt von ihrer ungebrochenen Neugierde, grossen Experimentierfreude und erstaunlichen Beobachtungsgabe. Davon lässt sie sich stets leiten. Und das will sie an die Betrachtenden weitergeben. Die in unterschiedlichen Kunstgattungen angewendeten künstlerischen Verfahren und Techniken, welche gezielte Reduktion, freie Improvisation und präzise Eingriffe verknüpfen, bilden eine kontinuierliche Linie in Caflischs Schaffen. Dieses lässt konsequent wechselnde, unbestimmte und somit offene Wahrnehmungen und Perspektiven zu, die von einer ansteckenden und erfrischenden Lust am Schauen und Entdecken getragen werden.

Text: Dr. Phil. Jacqueline Maurer, Kunst- und Filmwissenschafterin


 
Ausbildung

2008 – 2010Master of Arts in Art Education, ZHdK, Zürich
Kyoto University of Art and Design, Japan
2005 – 2008Bachelor of Arts in Art Education, ZHdK, Zürich
2000 – 2005Diplom, Bildende Kunst, Accademia di Belle Arti, Carrara, Italien